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Pädagogischer Sinn

Unser Erziehungsauftrag lautet u.a., Schüler zu umweltbewussten Handeln anzuregen und zu erziehen.. Dies kann nicht durch Vermittlung abstrakter Lerninhalte geschehen, sondern übergeordnetes Ziel muss erfahrbares, handlungsorientiertes Lernen in einer fächerübergreifenden Naturerziehung und Umweltbildung sein. Möglichkeiten dazu bieten sich auf einem Schulhof, der Erlebnis-, Lern- und sozialer Erfahrungsraum zugleich ist. Diesen Kriterien scheint der Schulhof der Grundschule Westerholt weitestgehend gerecht zu werden. Dadurch, dass alle Schüler in irgendeiner Form an der Gestaltung des Areals beteiligt waren, identifizieren sie sich auch stark mit ihrem Geschaffenen. Zerstörungen finden so gut wie nicht statt, hohe Aggressionsbereitschaft von Schülern, die allerorts beklagt wird, hat auf unserem Schulhof deutlich abgenommen. Der Schulhof ist auch ein Raum motorischen Lernens und Übens. Die Spielkreativität hat in den Pausen stark zugenommen. Aus toten Ästen und Zweigen entstehen Indianerhütten, eine einfache Kuhle verwandeln die Kinder in ein Areal für Steinzeitforscher. Mit Hilfe einer Handschwengelpumpe und dem geförderten Wasser wird in langen Trögen und ausgehobenen Rinnen „Goldgräber“ gespielt. Kletterbäume werden zu Raum- oder Piratenschiffen. Die natürlichen Elemente Wasser, Sand und Holz erhalten beim Spiel wieder primären Stellenwert und der Umgang mit ihnen stell einen wichtigen Ausgleich zu den häufig technisch überdimensioniert ausgestatteten Kinderzimmern dar. Der Schulhof ist bewusst nicht eingezäunt. Er wird von den Kindern sehr häufig auch am Nachmittag genutzt. Eltern mit kleineren Kindern erholen sich hier, Ehemalige halten sich gern hier auf.
Für den Unterricht wird der Schulhof natürlich auch genutzt. Z.B.
- Von der Blüte bis zur Frucht ( Obstbäume, Beerenobst, Vogelschutzgehölze )
- Leben am und im Teich mit mikroskopischen Untersuchungen
- Beobachtungen einheimischer Vogelarten im Naturraum ( Bestimmungsübungen )
- Tiere im Winter ( Sinnvolle Vogelfütterung und Spurenlesen )
- Bau einer Wildstaudenlandschaft und einer Kräuterspirale
- Bau einer Insektenlehmwand
- Thema Wald: Jeder Schüler pflanzt auf dem Schulhof ein Gehölz ( Baum oder Strauch )
- Bau eines Barfußerlebnispfades „Mit allen Sinnen lernen“
- Und viele Themen mehr


Öffnung der Schule

Neben der Schülerschaft der Schule waren natürlich auch das gesamte Kollegium und der Hausmeister ebenso im Einsatz wie die Elternschaft. Besonders erwähnt werden muss an dieser Stelle der Schulträger, der durch Einsatz von zusätzlichen Arbeitskräften, Maschinen und Materialbeschaffung wertvolle Unterstützung gewährte. (alte Steine, Todholz, Lehm u.s.w. ) Die Gruppe „Arbeit und Lernen“ des Landkreises Wittmund ( eine Initiative, um jugendliche Arbeitslose besser zu qualifizieren ) baute ein Mehrfachklettergerüst und eine „Goldwäscheranlage“. Eine andere Gruppe mauerte kleinere Abgrenzungen aus alten Steinen für Blumen und Bauminseln.
Z.Zt. werden Erhaltungs- und Pflegemaßnahmen durch den Einsatz einer „Ein-Euro-Kraft“ durchgeführt.


Dokumentation und Reflexion / Öffentlichkeitsarbeit

Das Schulhofprojekt wurde immer wieder in der lokalen Presse vorgestellt und gewürdigt. Die Umwelt – AG erhielt auf kommunaler – und Kreisebene verschiedene Umweltpreise. Der Norddeutsche Rundfunk ( NDR Kultur ) erstellte im Sommer 1997 eine Filmdokumentation des Projektes anlässlich der auf Landesebene ins Leben gerufenen Umweltlotterie. Erwähnung fand das Projekt auch in der landesweit erscheinenden Lotteriezeitung. Inzwischen ist unsere umweltfreundliche Schule auf regionaler Ebene so bekannt, dass Kollegien anderer Schulen, Umweltarbeitsgruppen und viele Einzelpersonen an Schulhofführungen teilnahmen und großes Interesse bekundeten.
Seit 1998 darf sich die Grundschule Westerholt „Umweltschule in Europa“ nennen. Sie wurde im Herbst 2006 zum 5. Mal ausgezeichnet und darf sich jetzt Umweltschule in Europa und Internationale Agenda 21 Schule nennen, weil sie das "International Eco-Schools Award Certificate erhalten hat.

Erziehung zum umweltbewußten Handeln

Unser Erziehungsauftrag lautet u.a., Schüler zu umweltbewusstem Handeln anzuregen und zu erziehen.. Dies kann nicht durch Vermittlung abstrakter Lerninhalte geschehen, sondern übergeordnetes Ziel muss erfahrbares, handlungsorientiertes Lernen in einer fächerübergreifenden Naturerziehung und Umweltbildung sein. Möglichkeiten dazu bieten sich auf einem Schulhof, der Erlebnis-, Lern- und sozialer Erfahrungsraum zugleich ist. Diesen Kriterien scheint der Schulhof der Grundschule Westerholt weitestgehend gerecht zu werden. Dadurch, dass alle Schüler in irgendeiner Form an der Gestaltung des Areals beteiligt waren, identifizieren sie sich auch stark mit ihrem Geschaffenen. Zerstörungen finden so gut wie nicht statt, hohe Aggressionsbereitschaft von Schülern, die allerorts beklagt wird, hat auf unserem Schulhof deutlich abgenommen. Der Schulhof ist auch ein Raum motorischen Lernens und Übens. Die Spielkreativität hat in den Pausen stark zugenommen. Aus toten Ästen und Zweigen entstehen Indianerhütten, eine einfache Kuhle verwandeln die Kinder in ein Areal für Steinzeitforscher. Mit Hilfe einer Handschwengelpumpe und dem geförderten Wasser wird in langen Trögen und ausgehobenen Rinnen „Goldgräber“ gespielt. Kletterbäume werden zu Raum- oder Piratenschiffen. Die natürlichen Elemente Wasser, Sand und Holz erhalten beim Spiel wieder primären Stellenwert und der Umgang mit ihnen stell einen wichtigen Ausgleich zu den häufig technisch überdimensioniert ausgestatteten Kinderzimmern dar. Der Schulhof ist bewusst nicht eingezäunt. Er wird von den Kindern sehr häufig auch am Nachmittag genutzt. Eltern mit kleineren Kindern erholen sich hier, Ehemalige halten sich gern hier auf.
Für den Unterricht wird der Schulhof natürlich auch genutzt. Z.B.
- Von der Blüte bis zur Frucht ( Obstbäume, Beerenobst, Vogelschutzgehölze )
- Leben am und im Teich mit mikroskopischen Untersuchungen
- Beobachtungen einheimischer Vogelarten im Naturraum ( Bestimmungsübungen )
- Tiere im Winter ( Sinnvolle Vogelfütterung und Spurenlesen )
- Bau einer Wildstaudenlandschaft und einer Kräuterspirale
- Bau einer Insektenlehmwand
- Thema Wald: Jeder Schüler pflanzt auf dem Schulhof ein Gehölz ( Baum oder Strauch )
- Bau eines Barfußerlebnispfades „Mit allen Sinnen lernen“
- Und viele Themen mehr


Ökologischer Sinn

Bei der Planung und bei der Durchführung der Arbeiten auf dem gesamten Gelände wurde streng darauf geachtet, dass alle Leistungen naturgerechten und orts- und landschaftstypischen Kriterien unterworfen waren. Feuchtbiotop, Totholzhecke, Obstbaumwiese, kleine Wallhecke mit überwiegend dornentragenden Gehölzen, Dachbegrünung, Wildstaudenbeet, Trockenmauer u.s.w. haben einen natürlichen und unmittelbaren Bezug zu den umliegenden Lebensräumen. Eine Vielzahl der auf dem Schulhof wieder anzutreffenden oder zu beobachtenden Pflanzen und Tiere erbringen den Beweis. Rückmeldungen durch Entscheidungsträger, Eltern und Kinder zeigen, dass das Schulhofprojekt in der Bevölkerung eine hohe Akzeptanz erreicht hat. Schüler erzählen immer wieder von Erfolgen, ihre Eltern überzeugt zu haben, den eigenen Garten naturnaher und damit ökologisch sinnvoller zu gestalten. Insgesamt sind sowohl die Schüler- als auch die Elternschaft aufgeschlossener und sensibler gegenüber Umwelt- und Naturthemen geworden.



Pädagogische Ziele

wurden formuliert nach folgenden Erkenntnissen:
- Das Thema „Umwelt“ entwickelt sich zu einer Überlebensfrage der Menschheit und muss als wichtiger Erziehungsauftrag von der Schule angenommen werden.
- Die Schüler und Schülerinnen entfernen sich immer mehr vom Leben mit und in der Natur durch die von Technik beherrschte Welt.
- Stark medienbeeinflusste Kinder neigen immer häufiger dazu, ihre Gefühle auf anregungsarmen Schulhöfen auszuleben. Aggressionen nahmen in den letzten Jahren deutlich zu.
Also:
Das Schulhofgelände muss für die Kinder ein kreativfördernder und aggressionsabbauender Spiel- und Erlebnisraum sein.
Das Schulgelände soll als Ort handlungsorientierter Umwelterziehung genutzt werden können (beobachten, handeln, erfahren, erleben, gestalten, planen...)
Das Schulgelände als Realraum dient zur Unterstützung des Unterrichts im fächerübergreifenden Sinne.
Das Schulgelände bietet Tieren und Pflanzen einen Schutzraum und wird von den Schülern auch als solcher wahrgenommen.
Das Schulgelände dient als Ort und Übungsfeld „Sozialen Handelns“.
Das Schulgelände ist Bildungsort für nachhaltige Entwicklung.



Erweiterungsbau und neues Schulhofgelände

Der Planung und Fertigstellung eines Erweiterungsbaues mit 4 Klassenräumen im Frühjahr 1996 lagen in weiten Teilen baubiologische Gesichtspunkte zu Grunde. So konnte die Grundschule über den Schulträger eine angrenzende, bis dahin landwirtschaftlich genutzte Fläche übernehmen, und sie als zusätzliche neue Schulhoffläche in die Gestaltung mit aufnehmen. Die Gestaltung des neuen Geländes wurde so geplant, dass die neue Fläche sich harmonisch an den bisherigen Schulhof angliederte.
Die Schüler können nun das gesamte Areal als Spiel- und Pausenraum nutzen. Elemente des Entdeckens und Erlebens natürlicher Kreisläufe stehen im Vordergrund. Aber auch der Gedanke „mit allen Sinnen lernen“ durch spielerischen Umgang mit Wasser, Holz und Erde spielten bei der Planung eine wichtige Rolle. Selbstverständlich sind auch Spielgeräte und ein kleiner Fußballplatz harmonisch ins Gesamtgelände eingebunden. Sie werden von kleinen Hecken, Wällen und Totholzhecken umrahmt. Bewusst wurde auf die Errichtung teurer Spielgeräte verzichtet, weil sie zum einen den finanziellen Rahmen des Projektes gesprengt hätten, zum anderen aber u.E. in den seltensten Fällen kreatives Spiel fördern. Die Festschreibung des Themas „Umwelt“ im Niedersächsischen Schulgesetz als Erziehungsauftrag beeinflusste natürlich auch die Wahl der Schwerpunkte des Schulhofprojektes. Obstbaumreihe, Dornenhecke, Feuchtgebiet, Wildstaudenbeet, Kräuterspirale, kleiner Wald, Kuhle zum Graben und Bäume zum Klettern, Totholzhecke, Indianerzelte und Gänge aus Weidenruten, Wasserspiel, Kletterturm, Hügel zum Rutschen und Schlittenfahren u.s.w. machen das Gelände erlebnisreich.


Ökologisches Gesamtkonzept der Grundschule Westerholt

Ende der achtziger Jahre wurde im Kollegium ein ökologisches Gesamtkonzept für die Grundschule Westerholt diskutiert und die Ergebnisse dem Schulträger mitgeteilt.
Einige Punkte in Kurzform:
Umweltfreundliche Unterrichtsmaterialien, Müllsortierung in den Klassenräumen, Anschaffung eines Kompostbehälters, Milch und Kakao in Mehrwegflaschen, bewusster Umgang mit Energie, erste Überlegungen zur ökologischen Umgestaltung des Schulhofgeländes.
Die Umgestaltung des Schulhofgeländes der Grundschule Westerholt nach ökologischen Gesichtspunkten begann 1989 mit dem Wunsch einiger Schüler, etwas für die gefährdete Umwelt tun zu wollen. Nach Gründung einer Umwelt – AG entschieden sich die Kinder, auf dem Schulhofgelände ein Feuchtbiotop einzurichten. Mit Hilfe und der Unterstützung des Schulträgers konnte die Idee umgesetzt werden. Seit dieser Zeit hat die Umwelt – AG an der Schule Bestand und es konnten viele Projekte verwirklicht werden, u.a. eine Totholzhecke, eine Trockenmauer, verschiedene Bauminseln, die Bepflanzung eines Lärmschutzwalles mit 450 Pflanzen, Bau eines Komposters, u.s.w..
Nach Genehmigung der „Vollen Halbtagsgrundschule“ zum 1.8.93 fasste das Kollegium den Entschluss, das gesamte Schulhofgelände auf der Westseite der Schule zu verändern. Die Fläche wurde so gestaltet, dass ein Teil von den Kindern als aktiver Pausenraum genutzt werden kann. Holzspielgeräte, kleine Sandkästen, Hecken, Bauminseln, u.s.w. sorgen dafür, dass den Kindern Möglichkeiten aktiven Handelns und Erlebens, ebenso wie Rückzugsmöglichkeiten zum stillen Spiel geboten werden. Ein zweiter Teil der Fläche wird als Ort praktischer Umwelterziehung genutzt und darf von den Schülern nur in Begleitung von Lehrpersonen betreten werden. Hier kann beobachtet, untersucht und experimentiert werden. Dieser Naturraum dient auch einheimischen Tierarten als Lebensraum, deswegen wurde bei der Gestaltung der Fläche streng darauf geachtet, dass nur einheimische Pflanzen gesetzt wurden.


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